FAQ´s

häufig gestellte Fragen

Was heißt Hochvolt?

Der Begriff Hochvolt umfasst alle Spannungen > 60V bis 1500V Gleichspannung(DC) oder > 30V bis 1000V Wechselspannung(AC) in der Fahrzeugtechnik, insbesondere bei Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeugen.

Was bedeutet HV-eigensicheres Fahrzeug?

dass durch technische Maßnahmen am Fahrzeug ein vollständiger Berührungs- und Lichtbogenschutz gegenüber dem HV-System gewährleistet ist. Dies wird insbesondere durch technisch sichere Abschaltung des HV-Systems und automatischer Entladung möglicher Energiespeicher vor Erreichen unter Spannung stehender Teile oder durch Kabelverbindungen über Stecker in lichtbogensicherer Ausführung oder durch sichere Abschaltung beim Entfernen von Abdeckungen des HV-Systems erreicht.

Elektrofachkraft

ist eine Person, mit geeigneter fachlicher Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen, so dass sie Gefahren erkennen und vermeiden kann, die von der Elektrizität ausgehen können.

Elektrotechnisch unterwiesene Person

ist eine Person, die durch eine Elektrofachkraft ausreichend unterrichtet wurde, so dass sie Gefahren vermeiden kann, die von der Elektrizität ausgehen können.

Was sind elektrotechnische Arbeiten?

das sind Arbeiten an mit oder im Gefährdungsbereich von elektrischen Anlagen, wie zum Beispiel: Erproben und Messen, Instandsetzen, Auswechseln, Ändern, Erweitern, Errichten und Prüfen.

Arbeiten unter spannung am HV-System

sind jene Arbeiten am Hochvoltsystem eines Fahrzeuges, bei denen eine Person bewusst mit Körperteilen oder Gegenständen (Geräte, Werkzeuge, Ausrüstungen oder Vorrichtungen) unter Spannung stehende Teile berührt oder in die Gefahrenzone gelangt.

Ist das Arbeiten an nicht-eigensicheren Fahrzeugen auch Arbeiten unter Spannung?

Das Arbeiten an nicht-eigensicheren Fahrzeugen fällt unter das Arbeiten unter Spannung.

Fallen Aufbauten bei Fahrzeugen (Klimageräte bei Kühltransportern) in den Anwendungsbereich der ÖVE R19?

Nein, diese ÖVE-Richtlinie wendet sich an Personen und Unternehmen, die Hochvolt-Systeme in Fahrzeugen bis 1000V Wechselspannung oder 1500V Gleichspannung instand halten und überprüfen. Diese Fahrzeuge sind mit elektrischen Energiespeichern, welche teilweise oder ausschließlich dem Antrieb dienen, ausgestattet. Die ÖVE Richtlinie R19 soll eine Hilfestellung bei der Umsetzung der entsprechenden Pflichten im Rahmen der ÖVE/ÖNORM EN 50110-1 und des Arbeitnehmerschutzes gemäß ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) und dessen Durchführungsverordnungen wie z.B.: die Elektroschutzverordnung (ESV) geben.

Benötigen Kfz-Betriebe, die an Fahrzeugen mit Hochvolt-Systemen arbeiten, einen automatischen externen Defibrillator?

Bei elektrotechnischen Arbeiten ist ein automatischer Externer Defibrillator grundsätzlich empfehlenswert, um eintscheidende Zeit bei der Reanimation zu gewinnen. Zwingend vorgeschrieben ist der „Defi“ seitens Gesetzgeber nicht. Im Rahmen der Gefahrenbeurteilung sollte berücksichtigt werden, welche Tätigkeiten durchgeführt werden. Regelmäßige Arbeiten an geöffneten Akkumulatoren oder Arbeiten an unter Spannung stehenden Teilen, könnten Hinweise darauf sein, dass die Anschaffung eines Defibrillators sinvoll ist.

Was ist der Unterschied zwischen Lithium-Batterien und Lithium-Ionen Akkumulatoren?

Als „Batterie“ werden umgangssprachlich zum einen die nicht wiederaufladbaren Primärzellen bezeichnet, bei denen die chemische Reaktion, die die Spannung zwischen den Polen erzeugt, nur einmal in Entladerichtung abläuft. Diese sogenannten Primärzellen werden nach Nutzung der in ihnen gespeicherten Energie entsorgt. Lithium-Ionen-Akkumulatoren sind wieder aufladbare Sekundärzellen, die kein elementares Lithium enthalten, sonder nur gelöste Lithium-Salze als Leitsalz im Elektrolyt.

Welche Qualifikation ist für Arbeiten an Zweirädern mit Elektroantrieb erforderlich?

Sobald die Nennspannung 60V DC oder 30V AC übersteigt ist in Deutschland die DGUV Information 200-005 und in Österreich die ÖVE Richtlinie R19 relevant.

Wir bauen Asynchronmotoren aus dem Niederspannungsbereich (400V) mit Kompressoren zusammen und verbauen diese Einheiten als Nebenaggregat in Nutzfahrzeugen. Sind diese Einheiten Hochvolt-Systeme?

Hochvolt-Systeme sind definitionsgemäß auf den Antriebsstrang sowie den Betriebs- und Hilfseinrichtungen (Klimaanlage, Lenkhilfe,..) für den Betrieb von Fahrzeugen begrenzt. Fahrzeugaufbauten fallen unter die Maschinenrichtlinie und nicht in den Anwendungsbereich der ÖVE R19 bzw. der DGUV 200-005.

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